Sinn der Arbeit: Warum wir Menschen Aufgaben benötigen?

„Arbeit ist das halbe Leben.“ Schon das bekannte Sprichwort verdeutlicht die zentrale Rolle, die Arbeit in unserem Leben einnimmt. Vieles im Leben hängt davon ab, gibt uns Sicherheit. Und darüber hinaus? Warum Arbeit für uns Menschen einen derart großen Stellenwert hat, lesen Sie hier:

Unser Handeln wird durch Wertschätzung geprägt

Durch Arbeit bekommen wir Wertschätzung. Wenn auch vielleicht nicht immer unmittelbar vom Vorgesetzten, so doch auch von Kollegen, vom Kunden und von uns selbst, für das was wir geschaffen haben. Wertschätzung gibt uns das Gefühl, bedeutsam zu sein. Denn wir Menschen möchte gerne etwas schaffen bzw. erschaffen. Wir streben danach, Lösungen zu erarbeiten, kreativ zu sein, etwas herzustellen.

Die Ideen werden in Aufgaben umgesetzt. Manche dieser Aufgaben suchen wir uns selbst aus und machen sie deshalb lieber. Andere wiederum interessieren uns weniger, gehören jedoch auch zu unserem Aufgabenbereich und sollten erledigt werden. Diese Art von Aufgaben machen uns zumindest zufrieden, wenn wir sie erledigt haben und von der To-do-Liste streichen können.

„Jeder Mensch braucht eine Aufgabe, die ihm Struktur, Zugehörigkeit und Wertschätzung gibt.“ Helmut Glaßl

Die Suche nach dem Sinn

Einige Menschen stellen sich im Laufe des Lebens die Frage, was ihre Bestimmung ist und machen sich auf die Suche nach einer höheren Aufgabe, die Daseinsberechtigung und Lebenssinn bietet. Frei nach dem Motto: Was kann ich der Welt geben? Manchmal wird dabei vergessen, dass alles Sinn macht und alles was wir tun, eine Gabe an die Welt ist.

Spinnt man den Gedankengang fort wird man entdecken, dass es keinen Job gibt, der nicht gleichzeitig für jemand oder etwas sinnvoll ist. An den meisten Tätigkeiten erfreut sich ein Kunde. Was könnte daran nicht sinnvoll sein? Die Suche nach der Lebensaufgabe oder dem Lebenssinn führt oftmals nicht zum einzigen Großen, dass man sein ganzes Leben lang machen sollte. Vielmehr führt sie uns zu den zahlreichen kleinen Tätigkeiten und auch wechselnden Aufgaben, mit denen man selbst mitwachsen kann. Die Antwort auf den Lebenssinn liegt in den Details – sie findet sich in der Haltung und im eigenen Mindset.

Den Wert von Aufgaben erkennen

Aufgaben stärken uns, egal in welchem Lebensabschnitt wir uns befinden. Auch jemanden versorgen oder umsorgen ist eine Aufgabe. Ein Buch lesen ist bestimmt erfreulich, aber zählt in diesem Kontext nicht als Aufgabe. Der Wert der Arbeit wird uns oftmals erst bewusst, wenn die Pension vor der Tür steht. Dann gilt es, gerne erst nach einer ausgedehnten Urlaubsreise oder Erholungsphase vor Ort, neue Aufgaben zu finden. Gelingt dies nicht, kann die Beschäftigung mit Krankheit zu einer Aufgabe werden.

Gesundheitserhaltende Faktoren in der Pension sind neben gesunder Ernährung und Bewegung auch regelmäßige soziale Kontakte, Termine (viel weniger als im Erwerbsleben, doch nahezu tägliche) und Aufgaben. Eine geringfügige Beschäftigung oder eine ehrenamtliche Tätigkeit in diesem Zeitausmaß kann vor Krankheit und mentalen Abbauprozessen schützen. Darüber hinaus machen Aufgaben glücklich, vor allem die Selbstgewählten oder Geliebten!

Immer wieder stoßen wir in unserem beruflichen Alltag an persönliche Grenzen. Gerade in schwierigen und herausfordernden Zeiten beginnen wir den Wert unsere Tätigkeit zu hinterfragen. Eine bewusste Veränderung des eigenen Mindsets ermöglicht Perspektiven neu zu ordnen, Unzufriedenheit zu lösen und Antworten auf belastende Fragen zu finden. Coaching kann hier unterstützend wirken und helfen, die Ausrichtung (wieder) zu finden.

Hinweis: Bei personenbezogenen Bezeichnungen wurde aus Gründen der besseren Lesbarkeit die männliche Bezeichnung gewählt.