Schnell und rasant sind die Entwicklungen in der derzeitigen Coronaviruskrise. Und sie ist auch im Wirtschaftsleben voll angekommen. Was letzte Woche noch Normalität war, ist bereits heute undenkbar und die Auswirkungen von Morgen sind nicht einzuschätzen: Betriebe minimieren rapide den Sozialkontakt unter den Mitarbeitern und mit Externen. Nicht nur kein Händeschütteln – nein, gar keine physischen Begegnungen werden angestrebt. Die gesellschaftlichen Einschränkungen haben mit dem Schließen der Schulen und Universitäten begonnen und finden mit Einschränkungen des Wirtschaftstreibens seinen Fortgang.

Online boomt

Persönliche Begegnungen – auf Messen, Konferenzen oder Akquiseterminen – die anbahnen, festigen, weiterentwickeln und schließlich zum Generieren von Aufträgen führen – wurden abrupt unterbrochen. Lediglich die anonyme Onlinewelt bleibt geöffnet. Online wird zum neuen Treffpunkt. Eine Vielzahl betrieblicher Begegnungen finden nur mehr via Video und Telefonie statt. Physische, persönliche Meetings werden abgesagt.

Willkommen in der virtuellen Welt

Wichtig ist, die teaminterne Kommunikation aufrecht zu erhalten. Dafür braucht es gemeinsam abgestimmte Regeln:

  • Wann ist wer wie erreichbar?
  • Welche Reaktionszeiten vereinbaren wir (wie schnell ist auf Anruf oder Email zu antworten)?
  • Wie oft und wann hören wir uns im Team?
  • Wie oft kontaktiere ich als Chef jedes einzelne Teammitglied?

Auch allgemeine Grundsatzfragen sind zu klären: Darf ich tagsüber einkaufen gehen, meine Kinder versorgen, Sport betreiben und dafür abends die Arbeitspakete erledigen? Wie stellen wir das mit den gesetzlich geforderten Arbeitszeitaufzeichnungen sicher?

Ab ins Home Office!

Um im Home Office Ergebnisse sicherstellen zu können, braucht es einerseits das erforderliche Equipment und andererseits einen schnellen, gesicherten Netzzugang zu den firmeninternen Datenquellen. Datensicherheit ist zusätzlich groß zu schreiben und braucht eindeutige Regelungen! Nicht zu vergessen ist die Gestaltung des Heimarbeitsplatzes. Auch wenn die vier Wände der Mitarbeiter Privatangelegenheit sind, ist zu prüfen, inwieweit der Arbeitgeber auch für die ergonomische Arbeitsplatzbedingungen des Heimarbeitsplatzes verantwortlich ist.

Remote Führen ist über Nacht im Führungsalltag eingekehrt

Der Ruf nach agilen Arbeitswelten hat auf überraschende Art und Weise im derzeitigen, notgedrungenen remote Führen seine Umsetzung erhalten. Führungskräfte haben für die Feinjustierung der organisatorischen Rahmenbedingungen der Home Office Arbeit zu sorgen. Gleichzeitig gilt es die Kommunikation sicher zu stellen. Aber sind Sie nach wie vor auch für die teamsphärischen Phänomene zuständig: Konflikte zwischen Kollegen? Höhe und Qualität des Arbeitsoutputs? Schlechte Stimmung und Spannungen im Team? Wie fordere und fördere ich Mitarbeiter beim remote Führen? Die Antwort lautet: Im selben Ausmaß wie beim bisherigen physischen Führen. Denn Hand aufs Herz, auch da sind Chefs oft genug abwesend und das Team ist sich selbst überlassen. Und auch das ist bisher kein Freibrief für einen Laissez-Faire-Führungsstil im unangebrachten Ausmaß gewesen. Nach wie vor gilt also, dass zusätzlich zu organisatorischen Führungsaufgaben, die Verantwortung für das Teamklima wahrzunehmen ist.

Und hier gilt speziell beim remote Führen: Je klarer die Regeln und je häufiger und regelmäßiger man sich austauscht, umso eher fallen Missverständnisse, Unstimmigkeiten und Spannungen auf und können im Ansatz besprochen und geklärt werden. Dailys sind eine gute Art, sich permanent auch einen schnellen Überblick über die Stimmungslage zu verschaffen und gegebenenfalls, notwendige Interventionsimpulse im Team oder mit Einzelnen zu setzen.

Führungspersönlichkeit ist gefragt!

Herausfordernde Krisenzeiten lassen einen über sich hinauswachsen. Persönlichkeit ist gefragt und kann Ängste mindern, deeskalieren und Hoffnung geben. Gemeinsam ist die Krise zu bewältigen – drei wichtige Führungsschwerpunkte gewährleisten den notwendigen Support:

  1. Proaktives Abholen der Mitarbeiter zum Thema Mobile-Work-Strukturen! Strukturvorschläge für das Arbeiten im Home Office und Regeln zur virtuellen Kommunikation sind im Rahmen der Firmenlinie anzuregen. Das gemeinsame Entwickeln von Lösungsansätzen für den spezifischen Bedarf des Teams und der Teammitglieder sind zu erarbeiten.
  2. Stark bleiben – Größe zeigen!
    Home Office ist neu, ungewohnt und man ist als Führungskraft darin oftmals noch unerfahren. Die Angst vor Steuerungs- und Kontrollverlust als Führungskraft ist evident. Gewähren Sie einen Vertrauensvorschuss, vereinbaren Sie klare Ziele und äußeren Sie Ihre gegenseitigen Erwartungen.
  3. Wachsam bleiben und begleitendes, externes Sparring in Anspruch nehmen!
    Krisensituationen sind sowohl physisch als auch psychisch sehr anspruchsvoll! Führungskräfte müssen gerade in diesen Zeiten stark bleiben und Optimismus und Zuversicht ausstrahlen. Organisieren Sie sich externe Coaches, die Sie in Ihrer Stärke halten. Auch hier ist ein virtueller Austausch möglich! Denn nichts ist in Krisenzeiten wichtiger, als Leuchttürme zu haben, denen Menschen vertrauen und folgen.

Als Führungskraft bekommt man in Krisenzeiten hohen Einfluss und weitreichende Gestaltungsmöglichkeit. Wir bieten auch virtuell, zielgruppenspezifische Sparringunterstützung für Top- und Mittelmanagement. Diese kann ohne weiteres auch Online, die für das remote Führen notwendige, wissensbasierte Sicherheit geben und den richtigen Impuls zur richtigen Zeit gewährleisten. So kann die besondere Führungssituation in Krisenzeiten ruhig und selbstsicher wahrgenommen werden.

Hinweis: Bei personenbezogenen Bezeichnungen wurde aus Gründen der besseren Lesbarkeit die männliche Bezeichnung gewählt.