Ein Chef, der seine Mitarbeiter unterdrückt, ausbeutet und benutzt? Ein Chef, der sich auf Kosten anderer bereichert? Ein Chef, der Eigeninitiative verabscheut und nur gehorsame Mitarbeiter wünscht? Das war einmal! Die neue Arbeitswelt fordert neue Führungsrollen. In der heutigen Zeit werden erfolgreiche Unternehmen weder von einem Tyrannen noch Patriarchen, sondern von einem Coach geführt.

Der Tyrann

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war es gang und gäbe, dass der Eigentümer, Fabrikbesitzer oder Gewerbetreibende dominant über seine Mitarbeiter und sein Geschäft herrschte. Widerrede war unerwünscht, der allherrliche und allmächtige Chef hatte das alleinige Sagen. Die Mitarbeiter fühlten sich unterdrückt, ausgebeutet und benutzt. Der Tyrann setzte seinen Willen durch. War unbeugsam und handelte ausschließlich zu seinem eigenen Vorteil. Dadurch bereicherte er sich auf Kosten der anderen.

Der Patriarch

In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde der Tyrann zunehmend vom Patriarch abgelöst. Ein Führungsmuster, das sich bis heute hartnäckig hält: Der Patriarch weiß alles besser. Er ist aber unterstützend und gleichzeitig streng. Er fördert und fordert – aber zu seinen Bedingungen. Er gibt nicht nur das Ziel vor, sondern weist auch den Weg. Der Patriarch reagiert enttäuscht, wenn man seiner Fürsorge entwächst und seinen eigenen Weg gehen möchte. Er wertet Eigeninitiative als rebellisch und schätzt vor allem angepasste Teammitglieder. Aus der Reihe tanzen ist nicht gewünscht, stattdessen wird Konformität und Gemeinschaft wohlwollend mit Aufmerksamkeit belohnt.

Der Coach

Das 21. Jahrhundert brachte viele Neuheiten in der Arbeitswelt mit sich, darunter auch die neue Führungsrolle „Coach“. Der Coach ist nicht zu verwechseln mit dem unerbittlichen und harten Trainer, wie wir ihn aus den amerikanischen Sportfilmen kennen. In unseren wirtschaftlichen Breiten ist der Coach einer, der das Team unterstützt. Hierfür schafft er Rahmenbedingungen, damit das Team die geforderten Ziele eigenverantwortlich und selbstorganisiert erreichen kann. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Erfolgsgeheimnis. Der Coach verantwortet den gesamten organisatorischen Rahmen wie Zielsetzungen, Prozessentwicklung, Systeme, Strukturen und den Einsatz aller Ressourcen sowie Stimmung, Engagement und Kultur der Teammitglieder. Er gibt diesen Rahmen zwar vor, aber motiviert das Team gleichzeitig eigenständig die bestmöglichen Lösungen zu finden.

Die zeitgemäße Führungsrolle ist der Coach

Das Akzeptieren einer neuen Führungsrolle ist keine leichte Aufgabe – besonders für all jene Führungskräfte, die bis dato gerne den Ton angegeben haben, die immer alles besser wissen und glauben, dass nur unter ihrer Kontrolle alle Vorgaben eingehalten werden. Damit der Übergang vom Tyrannen zum Coach erfolgreich gelingt, braucht es viel Mut und Unterstützung. Und vor allem erfordert es eine neue Haltung, nämlich eine lösungsorientierte-systemische Haltung, welche erlernbar und erfahrbar ist. Zahlreiche Coachingausbildungen, Managementausbildungenund Einzelcoachings unterstützen bei diesem lohnenden Culture Change. So können agile Organisationsformen erfolgreich gelebt und gemanagt werden.

Hinweis: Bei personenbezogenen Bezeichnungen wurde aus Gründen der besseren Lesbarkeit die männliche Bezeichnung gewählt.