Einen guten von einem schlechten Führungsstil zu unterscheiden ist gar nicht so einfach. Das gilt für Top-Manager, aber auch für Politiker. Folgende Kennzeichen helfen dabei, Führungskompetenz zu identifizieren: 

Gute Führungskräfte sind keine Selbstdarsteller

Ein schlechter Führungsstil lässt sich neben fehlender Offenheit und Transparenz auch an eindeutigen Persönlichkeitsaspekten erkennen: Unzulängliche Führungskräfte tendieren dazu, sich als Selbstdarsteller zu präsentieren. Sie sprechen vor allem über sich selbst und ihren vergangenen und zukünftigen Erfolgen. Zudem lassen sie wenig bis keine Kritik zu, denn selbstdarstellerische Führungskräfte sind überzeugt, dass nur sie wissen, wie der richtige Weg auszusehen hat. Vor allem sind sie aber auf die eigenen Vorteile fokussiert. „Was habe ich davon?“, lautet die handlungsdominierende Fragestellung. Dies in Kombination mit der Eigenschaft, direkt auszusteigen, wenn es Probleme gibt, verringert die Führungskompetenzen umso mehr.

Im direkten Kontakt mit Kollegen, Mitarbeitern oder auch Geschäftspartner zeigt sich, dass Verantwortliche mit geringen Führungskompetenzen nicht beziehungsorientiert handeln. Sie nutzen ihr Gegenüber zwar für ihre Zwecke, sind aber an einem zukunftsorientieren Miteinander nicht interessiert. Nach dem Motto „Eine Hand wäscht die Andere“ vergessen langfristig führungsschwache Persönlichkeiten Werte, wie Unterstützung, Förderung und Fairness.

Gute Führungskräfte handeln mutig, sachlich und offen

Ein Manager oder Spitzenpolitiker mit hohen Führungskompetenzen ist mutig. Er spricht Unangenehmes und Probleme offen und direkt an und diskutiert gleichzeitig über sachliche Lösungen. Ihm ist dabei bewusst, dass er es nicht jedem Einzelnen Recht machen kann. Ein guter Führungsstil zeigt sich auch darin, dass führungskompetente Entscheider sich nicht scheuen, Veränderungen zu initiieren. Sach- und lösungsorientiert verfolgen sie klare Ziele und geben Orientierung. Dabei ist Offenheit besonders wichtig: Konsequenzen und Preise werden genannt. Und auch in schwierigeren Zeiten verbreiten Führungspersonen Zuversicht und Optimismus. Gemeinsames Handeln wird in den Vordergrund gestellt, um gemeinsam stärker zu werden und zu wachsen: Ein guter Führungsstil baut auf die Gemeinschaft und auf die Unterstützung und Mithilfe jedes Einzelnen.

Das erfordert neben Mut auch Aufrichtigkeit: Fehler einstehen und die eigenen Interessen im Hintergrund halten. Es geht guten Führungskräften vor allem darum, die Führungsrolle selbst auszuüben. Persönliche Interessen werden dabei hintan gestellt. Niemals verstecken sie sich in einer Opferrolle – im Gegenteil: Sie sind emotional distanziert und handeln sachorientiert mit starkem Fokus auf die zu erreichenden Ziele.

Eine führungskompetente Persönlichkeit schafft außerdem ein gutes (Team-)Klima. Dies erreicht er oder sie dadurch, dass er an der Meinung anderer interessiert ist – auch wenn es sich um Kritik handelt. Die Wertschätzung eines Beitrages ist wichtig, damit man sich ernst genommen fühlt. Zudem hilft es dem Team, gewissen Rahmenbedingungen vorgegeben zu bekommen, die unumstößlich sind, wie zum Beispiel Ehrlichkeit, Respekt, Fairness und Solidarität. Diese Werte werden auch nicht im Wahlkampf für Aufmerksamkeit oder mehr Wählerstimmen geopfert.

Diese genannten Kennzeichen von niedriger und hoher Führungskompetenz gilt für alle Führungskräfte – ob für österreichische Spitzenpolitiker oder Manager eines Unternehmens. Besonders in bewegten Zeiten ist es für Führungskräfte und Spitzenpolitiker schwierig, den Fokus nicht zu verlieren und standhaft zu bleiben. Neben dem vielen Stunden Medientraining ist es deshalb wichtig, Managern und Spitzenpolitikern bewusst zu machen, dass ein Coaching für Führungskräfte, nicht nur die eigenen Kompetenzen erhöht, sondern hilfreich für die Bewältigung sämtlicher anspruchsvoller Herausforderungen ist.

Hinweis: Bei personenbezogenen Bezeichnungen wurde aus Gründen der besseren Lesbarkeit die männliche Bezeichnung gewählt.