Stress in der Arbeit, im Privatleben oder selbst auferlegter Freizeitstress – Burn out, oder das Burnout-Syndrom sind in unserer Gesellschaft in aller Munde. Laut dem Burnout-Network Österreich sind 1,1 Millionen Menschen in Österreich Burnout gefährdet und laut Wifo kostet Burnout die heimische Wirtschaft rund sieben Milliarden Euro im Jahr. Auch im Coaching ist das Thema häufig präsent.

Vorsicht bei der Diagnose

Bei der Diagnose Burn out handelt es sich noch häufig um eine „Verlegenheitsdiagnose“, denn die Symptome sind jenen von Depression und anderen psychischen Störungen sehr ähnlich. Doch die Diagnose „Depression“ wird oftmals noch tunlichst vermieden –Burn out klingt da in den Ohren Vieler noch immer besser, obwohl das Burnout-Syndrom noch gar nicht in die Internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10 oder DSM-IV) aufgenommen wurde. Bei der Diagnose erfolgt selten eine Differentialdiagnostik in Abgrenzung zu andren psychischen Störungen, weshalb die Diagnose „Burn out“ in der Statistik ein Sammelsurium verschiedener psychischer Störungen ist.

Was ist Burnout?

Das Burnout-Syndrom wird im Wesentlichen als Resultat einer chronischen Stressbelastung beschrieben. Eine genauere Definition liefert der US-Psychologe Herbert Freudenberg mit der Unterscheidung von 12 Phasen des Burn out:

  1. Drang, sich selbst und Anderen etwas beweisen zu wollen
  2. Extremes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen zu erfüllen
  3. Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte
  4. Überspielen oder Übergehen der inneren Probleme und Konflikte
  5. Zweifel am eigenen Wertesystem und ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden
  6. Verleugnung entstehender Probleme, zunehmende Intoleranz und Geringschätzung Anderer
  7. Rückzug und Vermeidung sozialer Kontakte
  8. Offensichtliche Verhaltensänderungen, fortschreitendes Gefühl der Wertlosigkeit, zunehmende Ängstlichkeit
  9. Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu Anderen – das Leben verläuft zunehmend „mechanistisch”
  10. Innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu kompensieren (Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und Drogen)
  11. Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
  12. Erste Selbstmordgedanken als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs

Die Phasen können in geänderte Reihenfolge auftreten bzw. können einzelne Phasen auch zur Gänze fehlen.

Wie entsteht Burn out?

Es gibt keine eindeutige Ursache für die Entstehung von Burn out. Sicher ist jedoch, dass nicht nur ArbeitnehmerInnen sondern auch Hausfrauen, Arbeitsuchende und PensionistInnen Burn out erleiden. Der Stress im Beruf alleine ist also nicht der einzige Risikofaktor.

Wie vermeide ich Burn out?

Selbstverständlich gibt es kein Patentrezept gegen Burn out, dennoch haben wir die drei wichtigsten Punkte der Burn out-Prophylaxe aus unserer langjährigen Erfahrung für Sie gesammelt. Hierbei ist „Prävention“ das Schlüsselwort, um das Leben gelassener zu leben und unaufgeregt an Ereignisse heranzugehen:

  • Im Selbstmanagement darauf achten, was mental als unangenehmer Stress eingestuft wird. Könnten die gleiche Situation/Interaktion auch eine interessante Herausforderung sein?
  • Eine Möglichkeit, energiereich in den Tag zu starten, sind Ihre Gedanken über die Ereignisse des Tages – denn den Gedanken folgen die Gefühle: Denken Sie darüber nach, dass es ein guter, spannender und interessanter Tag wird, erzeugen Sie Gefühle der Freude, die Sie schwungvoll und tatkräftig in den Tag starten lassen. Gedanken daran, dass es ein anstrengender, stressiger Tag voll von unangenehmen Situationen wird, erzeugen jedoch Anspannung.
  • Wenn der Stress doch mal spürbar wird, ist es hilfreich die eigenen Reaktionen darauf zu beobachten: Versuchen Sie mit positiven Handlungen den Ausgleich zu bewirken und Ihr Wohlbefinden zu fördern oder wenden Sie automatisch weniger gesundheitsfördernden Mittel an?

Unsere Unterstützung im Coaching reicht von der Begleitung bei bereits bestehendem Burn out, über die Abklärung der Burnout-Gefährdung bis hin zur Erarbeitung individueller, positiver Stressmanagement-Strategien als präventive Maßnahme, damit der Burnout erst gar keine Chance hat!